Psychiatriemißbrauch

Kommentar

 

Kommentar zum Bericht von Ursula Prem, Wiederaufnahme Gustl Mollath – 13. Tag: Erkenntnisquellen

Den Bericht von Frau Prem finden Sie unter:

http://www.ein-buch-lesen.de/2014/07/wiederaufnahme-gustl-mollath-13-tag.html#comment-form_5314784244642946405

Sehr geehrte Frau  Prem,

mit Spannung habe ich auf Ihren Bericht über die Aussage von Prof. Nedopil gewartet. Herzlichen Dank für Ihren Bericht und Ihre Analyse, der ich mich nur anschließen kann, Zuvor hatte bereits Herr Dr. Leipziger als Zeuge ausgesagt.

Aufgrund der notwendigen Entziehung von der Entpflichtung der Schweigepflicht, konnte man sein unwissenschaftliches Gutachten leider nicht diskutieren. Wen es interessiert, der kann meine fachpsychiatrische methodenkritische Untersuchung dieses so genannten Gutachtens unter www.psychiatrie-missbrauch.de nachlesen.

Sie schrieben sehr passend:

“ Das öffentliche Sezieren des innersten Wesenskerns eines Menschen im Rahmen eines Gerichtsprozesses sollte sich bereits aus ethischen Gründen verbieten.“

Über diesen Gesichtspunkt hatte ich bereits mit Prof. Müller im beck-blog diskutiert. Ich gehe davon aus, dass dies nicht nur gegen ethische Gründe verstößt, sondern auch gegen die ärztliche Berufsordnung. Die permanente Anwesenheit von Herrn Nedopil hat die Gesundheit von Herrn Mollath gefährdet, was dieser auch zum Ausdruck brachte. Ein Arzt kann nicht von einem Richter zu solch einer Maßnahme verpflichtet werden. Ebenso, wie ein Richter auch keinen Arzt von der Schweigepflicht entbinden kann. Es sei denn, es betrifft ihn persönlich.

Sie schrieben:                       

„Da dies die Strafprozessordnung zumindest bis heute noch anders sieht, schlug am 13. Verhandlungstag die Stunde von Dr. Norbert Nedopil, der seine psychiatrische Stellungnahme zu Gustl Mollath abgab. Sich in diesem Moment in die Situation Mollaths zu versetzen, der Nedopil nicht nur von Anfang an kategorisch abgelehnt hatte, sondern nun bei dessen Versuch zusehen musste, sein Innerstes anhand von »Anknüpfungstatsachen« öffentlich nach außen zu kehren, ist nur schwer erträglich: Das systemische Grundproblem, das sich zur »Causa Mollath« aufgeschaukelt hat, ist an dieser Stelle mit Händen zu greifen.“

Die Juristen wollen uns vormachen, dass die Strafprozessordnung es nicht anders vorsieht, als dass Herr Nedopil zur Abgabe einer psychiatrischen Stellungnahme verpflichtet sei. Dies ist so nicht richtig. Zwar mag im Rahmen der Aufklärungspflicht das Gericht verpflichtet sein, einen psychiatrischen Sachverständigen zu beauftragen. Es hängt dabei aber vom Sachverständigen ab, ob er z.B. verlangt, dass er der Verhandlung beiwohnt. So sagt es § 80 StPO:

[Vorbereitung des Gutachtens durch weitere Aufklärung]

(1) Dem Sachverständigen kann auf sein Verlangen zur Vorbereitung des Gutachtens durch Vernehmung von Zeugen oder des Beschuldigten weitere Aufklärung verschafft werden.

(2) Zu demselben Zweck kann ihm gestattet werden, die Akten einzusehen, der Vernehmung von Zeugen oder des Beschuldigten beizuwohnen und an sie unmittelbar Fragen zu stellen.

 

Diese Tatsache, dass der SV es verlangen muss, dass er anwesend sein darf, diskutierte ich bereits mit Herrn Prof. Müller vor der Stellungnahme von Herrn Nedopil. Ich sehe hier den  Konflikt mit der Berufsordnung, wie bereits oben beschrieben. Ein Psychiater, der gegen den Willen der geschäftsfähigen, betroffenen Person ein Gutachten über diese erstellen und die Person dafür über mehrere Verhandlungstage beobachten will, ist fraglich neutral. Herr Prof. Müller meinte zu mir, dass er viel von Herrn Nedopil halte und ich solle doch erst einmal abwarten, was dieser zu sagen habe. Es kam aber leider so, wie ich es erwartete und Sie es so zutreffend beschreiben. Herr Nedopil sollte seine Kollegen reinwaschen.

„Er führt aus, dass das Ergebnis einer Begutachtung umso zweifelhafter sei, je weniger Erkenntnisquellen dem Gutachter zur Verfügung stünden.“

Und genau aus diesem Grund hat das Berufsgericht Giessen erstmalig gutachterliche Richtlinien aufgestellt, die zwingend eingehalten werden müssen. Nachzulesen unter

http://openjur.de/u/305036.html

VG Gießen · Urteil vom 16. November 2009 · Az. 21 K 1220/09.GI.B

Durch dieses Urteil, dass wir dem engagierten ehemaligen Frankfurter Steuerfahnder Herrn Schmenger und seinen Kollegen zu verdanken haben, wurde erstmalig ein Gutachter verurteilt.

Das Berufsgericht Giessen stellte fest, dass ein differenzierter psychopathologischer Befund das Kernstück eines Gutachtens darstellt. Man kann aber ohne eine Exploration keinen differenzierten psychopathologischen Befund erstellen, weil man ansonsten gegen die ärztlichen Berufspflichten verstößt.


Nedopil beginnt seinen Vortrag mit der Nennung seines Auftrags: ein Gutachten zur Frage der Schuldfähigkeit des Gustl Mollath nach § 20/21 zu erstatten. Als Quellen von Anknüpfungstatsachen benennt er insgesamt 6.000 Seiten ihm zugänglicher Unterlagen sowie seine persönliche Teilnahme an der Hauptverhandlung. Er führt aus, dass das Ergebnis einer Begutachtung umso zweifelhafter sei, je weniger Erkenntnisquellen dem Gutachter zur Verfügung stünden…. Immer wieder weist er darauf hin, dass Mollath eine Exploration abgelehnt habe. »Wer trägt die Last, wenn Zweifel nicht geklärt werden können, weil der Betroffene sich verweigert?«, fragt Nedopil.“

Die Frage lässt sich ganz einfach beantworten. Es wird ein Gutachtenauftrag erteilt. Ein Gutachten ist aber, aufgrund der fehlenden Exploration nicht erstellbar, weil es wegen der wenigen Erkenntnisquellen zweifelhaft wird. Dann gibt man den Gutachtenauftrag zurück. Das Problem liegt nun bei der Justiz. Herr Nedopil hält aber eine andere Lösung parat:

„Er erklärt, dass ein Gutachter seine Zweifel gegebenenfalls dem Gericht offenlegen müsse, dass er jedoch schon aus ethischen Gründen von einer einmal angefangenen Begutachtung nicht mehr zurücktreten könne.“

Was sollen das für ethische Gründe sein? Dieselben ethischen Gründe, warum auch seine Kollegen Leipziger und Kröber ohne persönliche Untersuchung ein Gutachten zu Lasten von Herrn Mollath erstellten? In der Berufsordnung finden sich diese „ethischen“ Grundsätze wie das Berufsgericht Giessen feststellte jedenfalls nicht. Diese ethischen Grundsätze gelten für Herrn Nedopil wohl auch bei dem Attest von Frau Dr. K.

 

„Die Aussage der Frau Dr. K. aus Erlangen bezeichnet er als »medizinisch nachvollziehbar.“

Wenn Frau Mollath der Frau Dr. K. berichtet hätte, dass ihr Ehemann 2 Flaschen hochprozentigen Alkohol pro Tag trinke und morgens zittere, hätte Frau Dr. K. dann eine Alkoholabhängigkeit bescheinigt, die dann Herr Nedopil für medizinisch nachvollziehbar gehalten hätte?  Diese ethischen Vorstellungen bereiten der Willkür ihren Boden.

Anschließend versucht sich Nedopil an einer Erklärung der Misere…

So habe man aneinander vorbeigesprochen, denn jeder der Beteiligten habe etwas anderes klären wollen. Damals sei Mollath nicht in der Lage gewesen, sich der Hauptverhandlung anzupassen“

War Herr Nedopil auch während der ersten Hauptverhandlung anwesend gewesen oder woher nimmt er seine Erkenntnis?

 

Für eine Diagnose sei es jedoch nötig, festzustellen, ob der Betroffene in der Lage sei, seine Privatrealität zu verlassen oder nicht. Als Beispiel führt er Mollaths Aussage an, der Erlanger Arzt Dr. W. habe ihm ein für ihn günstiges Gutachten angeboten, wenn Mollath im Gegenzug über dessen angebliche Beteiligung an Schwarzgeldgeschäften schweigen würde.“

Laut Nedopil sei Herr Mollath nicht in der Lage gewesen, seine Privatrealität zu verlassen, wie das Beispiel des Dr. W. zeige.

Auch Herrn Dr. Leipziger war es in seinem Gutachten wichtig zu betonen, dass die Vorwürfe gegenüber dem Kollegen Dr. W. wahnhaft waren. Er schreibt in seinem Gutachten:

„Eindrucksvoll kann am Beispiel des Dr. Wörthmüller ausgeführt werden, dass der Angeklagte hier weitere Personen, die sich mit ihm befassen (müssen), in dieses Wahnsystem einbezieht, wobei in gerade klassischer Weise der Angeklagte eine für ihn logische Erklärung bietet, dass Dr. Wörthmüller ihm angeboten hätte, ein Gefälligkeitsgutachten zu schreiben, wenn der Angeklagte die Verwicklung Dr. Wörthmüllers in den Schwarzgeldskandal nicht offenbare.

 

Herr Mollath war aber überhaupt nicht auf die Behauptung, dass Herr Dr. W. an den Schwarzgeldverschiebungen beteiligt sein sollte, unkorrigierbar eingeengt. Dies gab Nedopil auch selbst zum Besten:

„Zwar sei Mollaths Gedanke, dass die Psychiater L. und W. mit der Bank zusammenarbeiteten, nicht nachvollziehbar, Mollath habe seine Ideen gegenüber Psychiater Dr. Simmerl jedoch auch relativieren können, indem er eingeräumt habe, sich vielleicht »etwas verrannt« zu haben“

 

Die Nachfrage der Staatsanwaltschaft diesbezüglich war Herrn Nedopil aber überhaupt nicht recht:

„….Wiederaufnahmeantrag der Staatsanwaltschaft, wo es heißt:

»Zumindest aus Herrn Mollaths Sicht war es aufgrund des Verlaufs und der Inhalte der zwischen ihm und Herrn Dr. Wörthmüller geführten Gespräche tatsächlich nicht abwegig oder gar wahnhaft, den Schluss zu ziehen, Dr. Wörthmüller habe ihm ein »Gefälligkeitsgutachten« angeboten, weil er mit »Schwarzgeldverschiebern« in Verbindung steht. Dies war zwar objektiv falsch, eine derartige Fehleinschätzung aber keineswegs wahnbedingt, sondern lediglich eine unzutreffende, objektiv betrachtet durchaus auch abwegige, aber zumindest logisch erklärbare Schlussfolgerung Herrn Mollaths aus realen Begebenheiten.« [Quelle]

                                            

Nedopil, der es in seinem Gutachten als »nicht nachvollziehbar« bezeichnet hatte, dass Mollath einen Psychiater in Verbindung mit Schwarzgeldverschiebung setzen konnte, reagiert trotzig auf den Vorhalt:“

 

Für Nedopil scheint es wichtig zu sein, Zweifel an Herrn Mollaths psychischen Zustand zu wecken, ansonsten hätte er nicht immer wieder das Thema Wahn aufgegriffen. Interessant ist auch die Bemerkung:

„Wenn man den Aussagen der Ex-Ehefrau nicht folge, könne man keine Wahndiagnose stellen“

Man stelle sich nun vor, dass es eine Frau Mollath nie gegeben hätte und Herr Mollath wirklich an einer wahnhaften Störung erkrankt sei, dann hätte man diese aber nie diagnostizieren können. Es soll also eine Erkrankung geben, die ein Psychiater nur erkennen kann, wenn es dazu Aussagen einer Ehefrau gibt? Wer soll das glauben? Oder sollen wir das glauben, damit Frau Mollath der schwarze Peter zugeschoben werden kann und die Ärzte bedauerlicherweise diesem Schwindel gutgläubig gefolgt sind?

„Wie es zur Diagnose einer wahnhaften Störung gekommen sei, sei nachvollziehbar, auch dann, wenn Mollaths Überzeugungen auf einem realen Kern beruhten. Eine »normalpsychologische Motivation« sei ebenso denkbar, für den Fall, dass das Gericht die Taten als erwiesen ansehen würde.“

Wie ich in meiner umfangreichen methodenkritischen Untersuchung des Gutachtens von Herrn Dr. Leipziger bereits aufzeigte, ist die Diagnose einer wahnhaften Störung in keiner Weise nachvollziehbar auf Grundlage des ICD 10, also der international anerkannten Klassifizierung der Erkrankungen. Herr Nedopil erläutert seine Behauptung auch nicht anhand des ICD 10, so wie es das Berufsgericht Giessen für ein Gutachten, das sich an gutachterliche Standards hält, fordert, sondern stellt diese Behauptung lediglich plakativ in den Raum.

Da er dies wohl weiß, und sich wohl selbst nicht in Schwierigkeiten bringen will, behauptet er mal eben an anderer Stelle schnell das Gegenteil:

„…Nedopil, aus seiner Überzeugung habe das Handeln Mollaths so viel realen Hintergrund, dass er eine wahnhafte Motivation nicht annehmen könne. Dies aber hätten die damals zuständigen Psychiater nicht gewusst.“

Eine wahnhafte Störung erkennt ein Psychiater aber nicht erst daran, dass er die gesamten Hintergründe ermittelt. Ein Wahn macht sich vielmehr daran fest, wie Herr Nedopil es auch bereits anführte, dass die Person unkorrigierbar bei ihrer Behauptung bleibt und in keiner Weise über Alternativen nachdenken will.

Dieses Wissen hat auch Herr Nedopil an anderer Stelle:

Dieser antwortet, Mollath sei sicher übermäßig misstrauisch und suche nach Zusammenhängen, die es nicht immer gebe, manchmal aber doch. Außerdem habe er sich zufriedengegeben, wenn die Zeugen verneinten. Bei einem Wahn, so Nedopil, würde eine Erklärung nicht ausreichen.“

Dieses hin und her scheint sich durch die gesamte Aussage des so genannten Sachverständigen Nedopil zu ziehen. Die Kollegen in Schutz nehmen, immer unklar bleiben, damit man selbst nicht in Haftung gerät z.B.“ Die Diagnose »Persönlichkeitsstörung« sei nach Ansicht Nedopils nicht zu begründen, jedoch auch nicht auszuschließen.“ Und eine erneute Unterbringung von Herrn Mollath den Kollegen ersparen. Deshalb heißt es auf einmal:„…und bezeichnet es als »nicht nachvollziehbar«, wie es zu einer Steuerungsunfähigkeit gekommen sein sollte.“

„Zur »prognostischen Einschätzung« ist nach Ansicht Nedopils nicht viel zu sagen: Die formalen Voraussetzungen für den § 63 entfallen. Nach dem Zeitpunkt der angeklagten Körperverletzung habe Mollath noch Jahre außerhalb der Anstalten verbracht, ohne vergleichbare Taten. Eine Gefährlichkeit lasse sich demnach aus dem Vorliegenden nicht ableiten. Die gute Nachricht ist also: Folgt das Gericht dieser Einschätzung Nedopils, dann ist eine erneute Unterbringung Mollaths endgültig vom Tisch.“

 

Wie erklärt Herr Nedopil dann die Einschätzungen seiner Kollegen, die Herrn Mollath über Jahre hinweg wegen möglicher Fremdgefährdung in einer geschlossenen Abteilung unterbrachten? Er hat ja recht mit seiner Einschätzung, dass eine Gefährlichkeit nicht ableitbar sei. Es wäre wohl sehr schwierig geworden, dies nachdem Herr Mollath ein Jahr bereits außerhalb der geschlossenen Abteilung untadelig verbracht hat, nun der Öffentlichkeit eine Gefährlichkeit glaubhaft zu machen. Zumal der Versuch Herrn Mollath den angeblichen aggressiven Zwischenfall mit einer Frau  zu Anfang des Jahres unter zu schieben, gescheitert war.

Wenn man die Aussagen von Herrn Nedopil und z.B. das Einweisungsgutachten Leipzigers einer näheren Prüfung unterzieht, halten sie dieser  nicht stand. Daher wundert es nicht, dass Herr Nedopil dies nicht möchte:

„Doch Nedopil lehnt ab: Er wehre sich gegen die Salamitaktik, einzelne Mosaiksteine herauszunehmen, bis nichts mehr übrigbleibe: »Ich bin kein Colaautomat, bei dem Sie die Zehnerl reinwerfen und irgendwann kommt die gewünschte Coladose!« Und überhaupt: Wenn er angewiesen sei auf das, was er im Gerichtssaal aufnehmen könne, müsse er auch Beispiele heranziehen, die im Gerichtssaal offensichtlich würden.“

Aber er ist nicht angewiesen, auf das, war er im Gerichtssaal aufnehmen konnte. Er sagt doch selbst:

„Nedopil erwidert, eine Exploration sei die Grundlage. Ein Gutachter könne nur bestätigen oder entkräften, wenn er seine Kompetenz auch einsetzen könne.“

Fazit: keine Exploration, kein Gutachten

Frau Prem, sie schreiben so treffend:

Der nicht umsonst gerne als Psychiatrie-Papst titulierte Formulierungsvirtuose hat die hohe Kunst der feinen Dosierung aller Zutaten wieder einmal meisterhaft unter Beweis gestellt….Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, wie unendlich dehnbar, bruchlos biegbar und nahezu unfassbar beliebig das Instrumentarium der forensischen Psychiatrie ist: Nunmehr wäre er meisterhaft erbracht“

Es sind nichts anderes als Wortkapriolen, die nichts mit der forensischen Psychiatrie zu tun haben. Einen psychiatrischen Laien mag dies suggerieren, dass Psychiatrie so funktioniert, legt man aber gutachterliche Richtlinien an, die von Herrn Nedopil gefürchtete Salamitechnik, so bricht ihr Konstrukt der virtuosen Formulierungen zusammen.

„Dass Nedopil ganz selbstverständlich ausführt, Mollath wäre gut beraten gewesen, sich der Untersuchung zu stellen, zeigt eines ganz deutlich:“ dass man am Psychiatriemissbrauch festhalten will, um unliebsame Bürger zu  verräumen. Niemand soll auf die Idee kommen, sich einer psychiatrischen Begutachtung zu verweigern. Ob man will oder nicht, man wird begutachtet, auch wenn es gegen die gutachterlichen Richtlinien verstößt. Dem Gutachter kann ja nichts passieren, wo doch erst ein Psychiater deswegen berufsrechtlich verurteilt wurde und ähnliche Fälle von den Ärztekammern nicht verfolgt werden. Die im Fall Mollath  involvierten Psychiater sind durch die DGPPN zertifizierte forensische Psychiater. Die DGPPN hat erst kürzlich erklärt, dass diese Koryphäen an der Neustrukturierung des Maßregelvollzugs wegen ihrer Kompetenz beteiligt werden sollen. Wie sich das wohl auswirken wird?

Abschließend noch zur Rolle der Richterin. Soweit ich dem Prozess folgen konnte, sind die angeblichen Taten der Körperverletzung und Reifensteckereien  nicht nachweisbar gewesen. Wenn es keine Taten gibt, dann bedarf es auch keiner psychiatrischen Untersuchung zur Frage der Schuldfähigkeit genäß §§ 20,21 StGB. Ist diese Richterin  noch neutral?